Beiträge von ackerpower

    So einfach ist es eben gerade nicht: Bauteile, die es je nach Ausstattungslinie (z.B. GS Line Plus bzw. später Ultimate) ab Werk serienmäßig oder zumindest als Option (z.B. OPC-Line-Paket) für das "Grundmodell" gab, sind wahrscheinlich eher unproblematisch, da sie von der Betriebserlaubnis umfasst sind. Doch Bauteile, die es nur für ein bestimmtes Modell, wie den GSI gab, könnten exklusiv Bestandteil von dessen Betriebserlaubnis sein, die somit nicht auf andere Modelle übertragbar ist. So ist es auch nicht ohne weiteres möglich, die Vorderachse auf die Brembo-Bremsanlage umzurüsten, bloß weil man die roten Bremssättel so scharf findet (was ich z.B. eigentlich gerne machen würde).

    Da sich einige von euch mit dem Thema Heckspoiler schon befasst haben, hänge ich mich an diesen Thread mal dran, auch wenn er schon älter ist.


    Weiß jemand aus sicherer Quelle, wie es aussieht, wenn man den Heckspoiler vom GSI an einem normalen Grand Sport nachrüsten möchte, der entweder gar keinen Spoiler hat oder nur die GS Line Plus- (bzw. OPC-Line-Paket)-Spoilerlippe hat?


    Mir sagte ein Polizist, man müsse genau aufpassen, ob bestimmte Bauteile Bestandteil der Typgenehmigung eines Modell waren. Wenn nicht, erlischt mit dem Anbau selbst von Originalteilen die ABE des Fahrzeugs. Eine erloschene ABE lebt auch nicht einfach durch den Abbau des beanstandeten Bauteils wieder auf, sondern muss nach einer Einzelabnahme beim TÜV beim KBA erneut beantragt werden. Wobei: Zulassungsbehörden verzichten wohl bei „heilbaren“ Mängeln häufig darauf, die ABE als endgültig erloschen anzusehen, wenn ein zügiges Zurückversetzen in den Ursprungszustand ohne weiteres möglich ist.


    Er meinte, der GSI-Spoiler ist Bestandteil der ABE, die für das GSI-Modell erteilt wurde. Der Heckspoiler hat Einfluss auf die Fahrdynamik und der GSI hat mutmaßlich auch ein anderes Fahrwerk als der „Standard“-Insignia, dessen ABE den großen Spoiler nicht kennt. Daher könne man selbst Originalteile nicht so ohne weiteres einfach an ein anderes Modell anbauen, nur weil es auch z.B. ein Insignia ist. Opel wird aber wohl kaum irgendwelche ABEs für Einzelbauteile haben, oder?


    Ich habe an einem 98er Vectra-B Sport mal die originalen Klarglasscheinwerfer des Faceliftmodells nachgerüstet sowie den Wabenkühlergrill des 2001er Sportmodells. Nun sind die Klarglasscheinwerfer ja nie Prüfgegenstand des Vorfaceliftmodells gewesen. Beim TÜV hat es auch nie jemand beanstandet. Dennoch frage ich mich rückwirkend, ob es Ärger hätte geben können?


    Ich weiß - die meisten sagen: Bau dran, sei stolz drauf, halt die Klappe, erkennt eh keiner, passiert eh nie etwas.

    Doch wenn du einen szenekundigen Beamten erwischst und der legt dir die Karre still oder schickt dich zumindest zum TÜV, weil er sich zufällig für das gleiche Modell begeistert und die Details kennt, dann qualmt es gleich mächtig, wenn er recht hat. Wenn du Pech hast, zieht er das volle Register: Stilllegung vor Ort, Untersagung der Weiterfahrt, Abschleppkosten, Umbaukosten, Gutachterkosten, neue ABE, Strafen, Gebühren, Punkte. Das wird schnell 4-stellig.


    Und da hast du noch keinen Unfall mit Sach- oder gar Personenschaden gehabt, wo jemand genau hinschaut und meint, dein GSI-Spoiler könne die Fahrphysik des Serienfahrwerks in irgendeiner Weise beeinflusst haben…


    Deshalb meine Frage, wie ihr das seht bzw. wer konkrete Aussagen dazu treffen kann.

    (Ein Bekannter hat dieses Theater nämlich aktuell wegen eines R-Line-Heckspoilers an einem normalen Volvo V70 - dieses Modell fährt privat ausgerechnet aber auch der Provida-Beamte, der ihn wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung herausgezogen hat.)

    Seitdem Opel zu Stellantis gehört, ist das Thema Kulanz beinahe tot. Wenn 2 Wochen nach Ende der Garantie ein Sensor defekt ist, ist Opel stolz darauf, wenn sie dir 30% Kulanz anbieten.


    Wenn eine CarGarantie im Spiel ist, passiert noch weniger, denn dann hast du ja schon jemanden, der dich vor einem wirtschaftlichen Totalausfall schützt, also sieht Opel sich nicht mehr in der Verantwortung irgendwelche Härten abzumildern. Denen ist es selbst bei lückenlos scheckheftgepflegten Autos völlig egal, das Kulanz und Gebrauchtwagengarantie unabhängig voneinander bestehen.


    So habe ich es mit einem Turbolader- und Motorschaden bei ca. 59.700 km nach 2 Jahren und 8 Monaten erlebt. Über 1.500 EUR Eigenanteil und trotz Beschwerde nicht einen Cent Beteiligung durch Opel.


    Welche Erstzulassung und welchen km-Stand hat dein Fahrzeug denn?

    Als ersten Ansatz oder zur Orientierung würde ich dir diese Website empfehlen. Ich überlege, ob ich die Frontkamera von denen nachrüsten lasse.


    Nachrüstsatz Rückfahrkamera Opel Insignia B
    Mit diesem Set können Sie am Opel Insignia B eine Rückfahrkamera nachrüsten.<br /> Die Anzeige des Kamerabild erscheint auf dem vorhandenen Display des Radio/…
    www.opel-freisprechanlagen.de

    Ich fürchte, viele Mechatroniker werden heute gar nicht mehr so ausgebildet, dass sie zu einer analytischen Fehlersuche fähig sind. Oder manche haben vielleicht auch gar nicht den unbedingten Ehrgeiz oder die "zelebralen Kapazitäten", um elektrische/elektronische Fehlerbilder in Kombination mit mechanischen Ursachen zu betrachten.


    Dafür bewundere ich die Autodoktoren. Wahrscheinlich stecken sie nicht in jedes Auto diesen Eifer, aber komplexen Fehlern weiter auf den Grund zu gehen, selbst wenn die Standarddiagnose zu keinem Ergebnis führt, dazu auch mal um die Ecke zu denken, das beeindruckt mich.


    Dazu gehört, das Gesamtsystem Auto umfassend und tiefgehend zu begreifen und mehr als nur ein "Teiletauscher" oder "Fehlercodeausleser" zu sein.


    Andererseits gehört dazu aber auch Kundschaft, die bei Fehlern jenseits des Standards bereit ist, entsprechendes Know-how und Zeit korrekt zu bezahlen...

    Aus der Argumentation von charles63 habe ich mal einen "smart-mutig-interessanten" (aber nicht ganz ernst gemeinten) Ansatz abgeleitet:


    Ich fahre als Kunde zur Werkstatt mit einem Fehler (also nur Symptom), aber mit unbekannter Ursache. Dann sage ich: Macht mir bitte einen KVA zur Behebung des Fehlers.


    Werkstatt: Aber wir wissen ja noch gar nicht, was die Ursache ist.


    Kunde: Mir egal. Ich möchte trotzdem einen KVA haben, der darf auch gerne 50 EUR kosten...


    (...und damit wälze ich dann den Aufwand für die Fehlersuche pauschal auf die Werkstatt ab. Nur: Welche Werkstatt würde so ein ruinöses Geschäftsmodell wohl freiwillig mitmachen?!)

    Vielen Dank für deinen aufklärenden Beitrag Primus! Was du geschrieben hast, habe ich mir (und andere aufgeweckte Köpfe ebenfalls) bereits gedacht.


    Wer auch nur einigermaßen aufmerksam und wohlwollend mitgelesen hat, konnte sich denken, dass es eigentlich keine Grundlage für FOH-Bashing aufgrund deines vorherigen Postings gab.


    Es war auch schon äußerst übergriffig dir gegenüber, dir ohne weitere Kenntnis der genauen Umstände zu unterstellen, du hättest ohne kritische Prüfung jeden geforderten "Mondpreis" bezahlt.


    Ja, es mag so Fälle geben und gerade in Bezug auf Opel-Modelle aus der GM-Ära scheint Stellantis ja eine gezielte Aussteuerung über die Preispolitik der Ersatzteile zu betreiben. Und ja, es mag auch Händler bzw. Werkstätten geben, die sehr bereitwillig in dieses Fahrwasser eintauchen. Doch pauschal den FOH's so etwas zu unterstellen, halte ich für hochgradig unfair und manipulative Stimmungsmache.


    Nein, ich bin "nur" ehemaliger Kfz-Mechaniker und arbeite nicht mehr in der Kfz-Branche, falls mir jemand unterstellen möchte, ich würde bloß "mein" Handwerk verteidigen wollen.

    Laut Thema kannst du dir die Frage eigentlich ja bereits selbst beantworten. 😉 Aber es stimmt: Manche Themen verselbständigen sich schon mal etwas oder biegen an einer bestimmten Stelle in eine ganz andere Richtung ab.


    Manchmal ist eine Rückführung zum eigentlichen Kern des Threads deshalb angebracht, manchmal kann ein "Off-Topic"-Hinweis aber auch ganz böse nach hinten losgehen. Also danke für deinen "Wink mit dem Zaunpfahl" und wir werden sehen, wie es ab hier weitergeht. 🙂

    Also ich habe nachträglich einen gebrauchten Satz Irmscher-Winterkompletträder für unseren Insignia dazugekauft und musste die Sensoren nicht anlernen.

    Später hätten 2 Reifen erneuert werden müssen und beim Kauf bereits minimal vorhandene Beschädigungen des Klarlacks hatten sich mittlerweile zu deutlich erkennbaren "Unterblühungen" ausgedehnt.

    Als die Chance hatte, den gleichen Satz völlig neuwertig (nicht ein einziger Kratzer, Reifen nur 5 tkm gelaufen) nochmals zu bekommen, habe ich zugeschlagen.
    Der Preis war günstiger als 2x neue Reifen und 2x die Instandsetzung der optisch nicht mehr so schönen Felgen (zumal 2 Reifen ständig minimal Luft verloren und irgendwann ebenfalls hätten ersetzt werden müssen) - lange Rede, wenig Sinn: Auch diese Sensoren musste ich nicht anlernen - nach spätestens 10 Minuten Fahrt waren die Werte im Infodisplay ablesbar.