Nun zur Reparatur an sich. Ich habe mich größtenteils auf die Bilderserie von omichael (Vielen Dank dafür!) und die verlinkten Anleitungen von wahwah (Vielen Dank!) aus diesem Post verlassen. Um Dopplungen zu vermeiden werde ich versuchen mich entlang der Bilderserie langzuhangeln und mit anderen Bildern zu ergänzen:
Vorweg möchte ich sagen dass der Tausch kein Hexenwerk ist und wenn man sauber arbeitet, sich Zeit nimmt und etwas Geduld hat, ist es für jeden versierten Schrauber machbar.
Oh weh! Das hat wehgetan. Ich würde mich als versierten Schrauber bezeichnen und habe mich wohl ein wenig verschätzt. Geplant waren 1-2 Tage. Durch die vielen Spezialwerkzeuge, die ich nachbestellen musste habe ich dann doch eine Woche (natürlich nicht durchgehend schraubend) gebraucht. Ich möchte hier hinzufügen, dass die Reparatur definitiv nicht für den normalen Hobbyschrauber sondern wirklich für Leute mit Erfahrung ist, da auch an sensiblen Bauteilen (Injektoren) gearbeitet wird!
Ölleitung zum Turbo lösen
Die Ölleitung sollte wie auf den Bildern zu sehen unten am Motorblock und oben am Clip gelöst werden, nicht am Turbolader! Die Dichtung der Leitung zum Motorblock hat mir beim Zusammenbau gefehlt, ist aber zum Glück trotzdem dicht. Würde ich es nochmal machen, würde ich diese noch bestellen. Eine Teilnummer habe ich nicht. Sie sieht ungefähr so aus:
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Injektorspanner lösen und Injektor entnehmen (ggf Spezialwerkzeug nötig!) ging bei mir nach 65tkm recht einfach.
Da fing es bei mir an... Mein Auto hat 183tkm gelaufen. Injektor 1 und 4 lösten sich sehr einfach. Ich konnte sie mit der Hand einfach herausziehen. Injektor 2 und 3 waren bombenfest. WD 40 und Injektorenlöser Spray (#17) halfen auch nach einer Einwirkzeit über Nacht nicht.
Wie immer im Leben war die Lösung natürlich Gewalt /sarcasm
Mit dem Kompressor des Nachbarn habe ich einen am nächsten Tag über Amazon gelieferten pneumatischen Injektorenabzieher (#14, ist ein China-Kracher) angeschlossen. Diesen habe ich ausgesucht, weil er nicht nur Gewinde hat, zum Aufschrauben, sondern auch 3 Zangen, wovon die größte um den Injektor unten herum gepasst hat. Dadurch konnte ich den Injektor in einem Stück lassen. Hinweis: Ihr müsst mit einem großen Schlüssel (z.B. 19er) von der Seite die Zange nach oben hebeln, sodass sie sauber aufliegt. Sonst geht die ganze Kraft verloren, da kein dauerhafter Kontakt mit dem Injektor besteht.
30 Minuten stumpfes Hämmern haben dann auch die letzten Injektoren überredet. Amen!
Bei mir blieben auch die unteren Dichtungen der Injektoren in Schacht 2 und 3 unten kleben. Dafür gibt es Spezialwerkzeug, das ich nicht habe. Mit einer langen großen Holzschraube, die eine konische Spitze hat, konnte ich diese vorsichtig in das Loch der Dichtung eindrehen und mit einer Zange die Schraube samt Dichtung herausziehen. Bei mir hat das gut geklappt und ich habe nichts beschädigt. Wenn ich mir die Spezialwerkzeuge dafür anschauen, sehe ich auch nur konisch zulaufende Stangen, welche in die Dichtscheibe eingesetzt/eingedreht werden und dann herausgezogen werden. Ich finde also diese Methode legitim.
Anbau des Spezialwerkzeug zur Arretierung der beiden Nockenwellen in OT.
Ich hatte befürchtet, dass ich mein Auto hochbocken und unten alles abbauen muss, um mir Zugang zur Kurbelwelle zu verschaffen, um diese weiterdrehen zu können. Glücklicherweise musste ich das nicht, da ich die Zahnriemenabdeckung links so gelöst habe, dass ich sie wegbiegen konnte und mit einem Schlüssel an das Nockenwellenrad kam. An diesem konnte ich dann den Motor in OT drehen. Wenn ihr sowieso auch den Zahnriemen macht, ist das natürlich egal.
Hinweis: Wenn die Abflachungen der Nockenwellen senkrecht nach oben stehen, aber das Spezialwerkzeug (#10) nicht draufpasst (Nocke im Weg), dann liegt das daran, dass ihr im falschen OT seid. Dreht nochmal die Nockenwelle um 180° dann passt das Spezialwerkzeug ganz einfach drauf.
Vakuumpumpe ausbauen, dazu unteres Alurohr abbauen sonst kommt ihr nicht an die letzte Schraube der Pumpe
Um die Vakuumpumpe abzubauen, müsst ihr 4 Schrauben (in rot) lösen:
pasted-from-clipboard.pngVakuumpumpe
Die zweite von links ist die, an die ihr nicht drankommt. Nur wegen dieser Schraube müsst ihr den davorliegenden AGR-Kühler lösen:
pasted-from-clipboard.pngAGR-Kühler
Um diesen AGR-Kühler lösen zu können, muss erst einmal das AGR-Rohr weg:
pasted-from-clipboard.pngAGR-Rohr
Dieses AGR-Rohr verbindet AGR-Kühler mit der Ansaugbrücke oben. Dazu wird es jeweils mit einer Dichtung abgedichtet. Dazu braucht ihr Dichtung #7 und #8. Dichtung #8 hing bei mir noch in der Ansaugbrücke fest. Zum Lösen unten eine Langnuss (#11) verwenden. Saubermachen nicht vergessen!
Das Rohr geht noch easy ab. Jetzt fängt das Gefummel an. Mit Fingerfertigkeit müsst ihr nun an folgende Schrauben des AGR-Kühlers kommen: Im Bild beschriftet: Muttern 2 und 3, Schrauben 4, 5 (2 Stück) und 6
pasted-from-clipboard.png AGR-Kühler
Für die Muttern 2 und 3 braucht ihr wieder die Langnuss. Schraube 6 einfach lösen, ist zu lang zum rausholen ist aber nicht schlimm. Beide Schrauben 5 sind schwierig zu lösen und später wieder anzusetzen. Schraube 4 auch, aber hier ist noch eine Leitung im Weg:
pasted-from-clipboard.pngSchraube Nr. 4 am AGR-Kühler.
Um diese Schraube zu lösen habe ich die Befestigung der Leitung nebendran mit einem 30er Torx entfernt. Bin mir nicht sicher ob das notwendig war. Danach ließ er sich aber besser wegdrücken.
Ist das alles gelöst kann der AGR Kühler mit viel Kraft Richtung Batterie gezogen werden (Die Batterie samt Halterung solltet ihr schon ausgebaut haben, spätestens jetzt). Zieht man zu fest, kann es sein, dass die Kühlkanäle gelöst werden und Kühlwasser verloren geht. Das war bei mir zum Glück nicht der Fall, habe ich aber in einem YT-Video gesehen.
Ist der AGR Kühler mit einer zweiten Person ein bisschen aus dem Weg gezogen, kommt ihr an die verflixte letzte Schraube der Vakuumpumpe. Das geht meiner Meinung nach nur mit einem gekröpften 13er Schlüssel (#16). Diesen habe ich auch noch gekürzt, weil er beim drehen immer gegen die Ansaugbrücke geschlagen ist. Setzt diesen auf und löst die letzte Schraube. Diese könnt ihr zwar nicht herausziehen aber mit viel Gefummel die ganze Pumpe samt Schraube herausziehen. Ich habe die Pumpe übrigens angeschlossen gelassen.
Dann wie beschrieben Steuerkette (#2) tauschen, Vakuumpumpe Dichtung auskratzen und mit neuen Dichtungen (#6 und #9) versehen. Dann wieder dranfummeln und festziehen. Den AGR Kühler einfach wieder festschrauben. Hier habe ich keine Dichtung gewechselt, weil ich ihn dafür ja gar nicht weit genug rausgezogen habe. Das AGR-Rohr mit neuer Dichtung oben und unten (#8 und #7) befestigen
Beim Montieren des Ventildeckels habe ich alle Dichtungen getauscht. Also das große zusammenhängende Teil und bei jeder Schraube noch der kleine Gummipropfen (#1).
Hinweis: Beim Montieren des Ventildeckels sollte noch an folgenden zwei kleinen Stellen ein bisschen Dichtmasse platziert werden! Das habe ich in der Anleitung gelesen und mal gemacht. Ob es wirklich notwendig ist, sei mal dahingestellt. Aber ihr habt ja eh Dichtmasse da.
pasted-from-clipboard.pngDichtmasse am Motorblock in der Nähe des Nockenwellenrades
Die Injektoren von außen reinigen und mit neuen Dichtungen versehen (#4 und #5), die Injektorenschächte reinigen mit Werkzeug #15 und die Injektoren einsetzen. Leitungen anschließen und dann mit neuen Dehnschrauben (#3) festziehen.
Das waren jetzt mal nur alle Schritte die ich noch kommentieren wollte. Wie die Batterie zu entfernen ist usw. habe ich jetzt nicht beschrieben, das steht ja schon in anderen Beiträgen.
Soweit so gut. Nach 4mal orgeln sprang der Motor bei mir wieder an und läuft seitdem auch gut. Ich hoffe es bleibt so.
Bei Fragen bin ich erreichbar, Spezialwerkzeugverleih per PN.
Danke an alle Vorgänger die das Forum mit so vielen Informationen gefüttert haben!