Brembo Bremse und Probleme mit Aftermarket Belägen

  • Thema: Achtung bei der Brembo-Anlage (JPO)! Warum Aftermarket-Beläge (Delphi & Co.) bei High-Speed an ihr Limit kommen

    Moin zusammen,

    ich muss mal meine Erfahrungen mit der großen 345mm Brembo-Anlage (RPO JPO) beim Insignia B teilen. Wer wie ich gerne mal zügig auf der Bahn unterwegs ist ( auch mal 250 km/h), sollte beim Bremsenwechsel ganz genau hinschauen.

    Mein bisheriges Setup:

    • Scheiben: Delphi BG9239C (Hochgekohlt)
    • Beläge: Delphi Aftermarket Standard LP3366

    Das Problem:

    Sobald man aus hohen Geschwindigkeiten (200+) einmal kräftig ankern muss, fängt die Bremse an extrem laut zu brummen (ein tiefes "Grrrr"-Geräusch"). Die Scheiben zeigen danach eine deutliche Bläuung (thermische Überlastung) und sogar feine Haarrisse (Heat Checking) auf der Oberfläche. Ich dachte erst, die Scheiben taugen nichts, aber die Ursache liegt woanders.

    Die Recherche-Ergebnisse (mit KI-Unterstützung und Detail-Check):

    Ich habe mir die originalen GM/Opel-Beläge (OE 84732488) mal genauer angeschaut und mit den Aftermarket-Teilen verglichen. Dabei kam ein entscheidender Punkt ans Licht:

    1. Spezial-Mischung: Die originalen Beläge im Opel-Karton sind eine Co-Entwicklung von Brembo und Ferodo. Wenn man genau hinschaut, ist dort die Mischung HP1000/1 eingestempelt.
    2. OEM vs. Aftermarket: Das ist kein Standard-Belag! Die HP1000/1 ist eine High-Performance-Mischung, die speziell für thermische Stabilität bei Vmax entwickelt wurde.
    3. Die "Aftermarket-Falle": Viele Standard-Ersatzbeläge (wie meine Delphis oder auch die günstigen Ferodo FDB5058 "Premier" oder auch die Brembo Pads P 10 064 selbet) nutzen eine weichere "Eco-Friction" Mischung. Diese ist super für die Stadt, aber bei +200 km/h "schmieren" sie. Das Material überträgt sich ungleichmäßig auf die Scheibe, erzeugt Hot-Spots und lässt die Scheibe förmlich ausglühen – daher das Brummen und die Risse. Siehe Fotos

    Mein Fazit:

    Ich werde nicht mehr an den Belägen sparen. Die mechanischen Maße (WVA 25915) passen zwar bei vielen günstigen Belägen, aber die Reibkuchen-Qualität ist eine völlig andere Welt.

    Meine Empfehlung für alle mit dem "Brumm-Problem":

    Entweder direkt in den sauren Apfel beißen und die originalen Opel/PSA Pads (84732488) mit der Ferodo HP1000-Mischung kaufen. Das ist auf der Grund warum die Beläge beim FOH ca. 400€ kosten. Oder auf echte Performance-Beläge wie die EBC Yellowstuff umsteigen.

    Standard-Aftermarket-Teile sind mit der Masse und dem Speed des Insignia bei einer Gefahrenbremsung schlichtweg überfordert.

    Hat von euch auch schon mal jemand den direkten Vergleich zwischen OEM-Ferodo und Aftermarket-Pads gemacht?


    Anbei mal die Fotos.

  • Primus

    Hat den Titel des Themas von „Brembo Bremse und Probleme mit allen Aftermarket Belägen“ zu „Brembo Bremse und Probleme mit Aftermarket Belägen“ geändert.
  • Mein 0815-Insi hat keine Brembos, aber meine Scheiben sahen letzthin genauso aus.

    Keine Risse, so übertrieben habe ich es zum Glück nicht, mittlerweile sind sie auch wieder blank, aber ich hatte in der Mitte einen identischen Streifen mit blaugrauen Anlaufspuren.

    Es sind noch OEM-Scheiben montiert, jedoch bereits 1x die Klötze beim Vorbesitzer neu rein gekommen, ich kann allerdings nicht sagen ob es welche aus dem Zubehör waren oder nicht, weil ich bisher nichts an den Bremsen machen musste. Es macht den Anschein als wären es keine Originalteile, denn es fühlt sich etwas teigig und indifferent an, also scheint die Reibpaarung ebenfalls nicht so recht zu harmonieren.

    Ich musste zwei mal relativ kurz hintereinander aus rund 200 km/h auf ca. 100 km/h verzögern, was schon ausreichte um die Scheiben relativ nahe an ihre Belastungsgrenzen zu bringen. Wenigstens blieb das Fading aus, was ich ihnen zu Gute halten muss, denn das habe ich an anderen Fahrzeugen schon erheblich schlechter erlebt.

    Solange man nicht ins Leere tritt, ist es in den meisten Fällen vertretbar. Ist mir auch schon passiert, da geht einem gehörig der Stift, denn mit 60 km/h ohne Bremse auf ein stehendes Fahrzeug in 20 Metern Entfernung zusteuern ist nicht gerade ein sehr prikelnder Moment. Dann lieber Scheiben (und Beläge) bis zum Erbrechen malträtieren...


    Wobei man bei EBCs immer darauf achten muss ob sie freigegeben sind oder nicht, das unterscheidet sich je nach Farbe und Herstellermodell, weil sonst TÜV oder Rennleitung meckern. Mit dem Ansprechverhalten ist es auch so eine Sache, denn was heiß noch ordentlich zupackt, will kalt ziemlich getreten werden, was durchaus nicht Jedermanns Sache ist. Zarte Frauenfüße haben je nachdem mit Yellowstuff schon gehörig was zu tun um die Fuhre sicher und kontrolliert zum Stehen zu bringen, denn sie benötigen ob der Mischung eine gewisse Grundtemperatur um gut zu funktionieren. Je nach Konstellation ist man also hinsichtlich Alltagstauglich schnell auch übers Ziel hinausgeschossen, wenn man nur ultimativ auf die Performance schielt, wobei sich in dem Falle Red- und Yellowstuff nicht allzu viel nehmen werden. Je nach Paarung können Quietschgeräusche on Top kommen, was einem bei viel Stadtverkehr gehörig auf den Senkel gehen kann. Das würde ich bei der Wahl mit bedenken, ansonsten kann man eigentlich mit so teuren Belägen nicht viel falsch machen.