Collosus : Ich empfinde deine beleidigte Reaktion hier VÖLLIG fehl am Platz! Du hast deine Erfahrung kundgetan und ärgerst dich, dass es Prüfingenieure gibt, die nicht bis zum maximal Erlaubten gehen (du sagst selbst, es ist am absoluten Limit). Es mag auch tatsächlich Prüfer geben, die sich aus purer Bequemlichkeit nicht für den Kunden einsetzen wollen und gar nicht erst versuchen zu schauen, was eventuell geht. OK, soweit haben wir deine Position verstanden und können sie sicher in Teilen sogar nachvollziehen.
Aber: Zum fairen Diskurs gehört auch, die Meinung eines anderen zu respektieren. Und germantwath hat NICHTS "schlechtgeredet", sondern nur versucht Verständnis zu wecken, wieso es sein kann, dass ein Prüfingenieur diesen vom Kunden erwünschten Weg nicht mitgeht - OHNE, dass der Prüfer deswegen ein "fauler Sack" oder sturer Paragraphenreiter sein muss. Aber nein, bloß weil du mit deinem Statement germantwath nicht umstimmen konntest, meinst du, ihn mundtot machen bzw. aus der Diskussion herausdrängen zu müssen - das ist leider ganz, ganz schlechter Stil!
Du musst seine Meinung nicht übernehmen, du musst ihr nicht zustimmen, aber respektvoll zur Kenntnis nehmen solltest du sie schon. Es gibt halt keinen Rechtsanspruch darauf, dass der Prüfer einen bestimmten Auftrag annimmt - es gilt Vertragsfreiheit: Du unterbreitest dem Prüfer mit deinem Eintragungswunsch ein Angebot und er kann es im Rahmen einer unterschiedlich intensiven Begutachtung annehmen oder auch ablehnen. Und es besteht auch kein naturgegebenes Grundrecht darauf, dass möglicherweise herstellerseitig noch vorhandene Resttoleranzen oder "Luft nach oben" auch bis zum letzten zugunsten des Fahrzeughalters zugestanden bzw. ausgereizt werden müssen.
In Zeiten von Zeitdruck, Personalmangel, Kosteneffizienz, Leistungsdruck, Verantwortung/Rechtfertigungsdruck etc. überlegt manch ein Prüfingenieur es sich wahrscheinlich 2x ob er so eine individuelle Anfrage annehmen soll oder nicht.
Ist bei Ärzten, Rechtsanwälten, eigentlich in nahezu allen Berufen das gleiche: Wie viel Individualaufwand kann/darf/soll ich für eine bestimmte Sache investieren, angesichts der äußeren Umstände und Erwartungen unter denen ich meine Dienstleistung/Arbeit erbringe? Ist der Patient/Mandat/Auftraggeber/Kunde überhaupt willens, den entstehenden Kostenaufwand zu bezahlen? Vielleicht möchte man sich auch gar nicht erst einen gewissen Ruf aneignen oder fährt aus anderen Gründen, denen man nicht jedem gegenüber rechenschaftspflichtig ist, eine eher "konservative" Linie.
Das schöne ist ja: Deshalb gibt es ja nicht nur den einen Prüfingenieur (Arzt/Rechtsanwalt/Steuerberater/etc.), sondern man kann sich ja umhören und weitersuchen...