Welches Öl genau fährst du? Welche spezifikation hat es?
Ich konnte bisher kein 5W30 mit der erforderlichen OV0401547-A20 spezifikation finden.
Wie sind die Erfahrungen bislang?
Ich fahre unterschiedliche Öle, derzeit ist ein Ravenol 5W30 REP drin. Es verhält sich jedoch identisch wie Plörre von Mannol oder relativ günstiges Castrol.
Auf Herstellerspezifikationen pfeife ich, Freigaben sind für mich daher kein Auswahlkriterium. Viele mag das schrecken, mich persönlich stört das überhaupt nicht. Hauptsache ist, dass das jeweilige Öl grundsätzlich für AdBlue-Diesel geeignet ist und gewisse Qualitätsansprüche hinsichtlich der Additivierung erfüllt, damit es niemals zum Schmierfilmabriss kommen kann.
Bisher ist alles in Ordnung, es bleibt aber kein Saft länger als 10.000 km im Motor, damit ich bezüglich der Reserven immer auf der sicheren Seite bin.
Hinsichtlich der Viskosität 0W20 und 5W30 gibt es zwei signifikante Unterschiede im Lauf:
Das 0W20 durchölt definitiv schneller, der Motor bleibt auch bei Temperaturen um 0°C und darunter relativ leise und unauffällig beim Kaltstart. Mit dem 5W30 hört er sich in den ersten 5 Sekunden mechanisch etwas angestrengt an, er ist dezent lauter und läuft gefühlt rappelig/unrund. Dafür klingt er jedoch, sobald es in Richtung betriebswarm geht, gedämpfter, er klingelt nicht so wie mit dem 0W20.
Viel signifikanter ist jedoch die Temperaturentwicklung während der Warmlaufphase. Das 0W20 erreicht um den Gefrierpunkt binnen 10 km mit wenig Last 90°C Öltemperatur, was so garantiert auf Dauer nicht gesund sein kann. Umweltschonend ja, und auch gut für DPF und Co., aber für die Dauerhaltbarkeit ist es sicherlich abträglich, denn diese Temperaturen rühren von erhöhter Reibung her, anders ist es physikalisch gar nicht möglich. Das mag im Winter und in den Übergangszeiten keine Rolle spielen, und auch bei stets dezenter Fahrweise total egal sein, ich würde den Motor mit diesem Öl im Hochsommer bei 30°C+ jedoch niemals stundenlang mit 200 km/h+ über die Bahn prügeln, denn das geht mit zunehmender Laufleistung garantiert in die Hose, insbesondere wenn man die werksmäßigen Ölwechselintervalle stets nahezu ausquetscht.
Optimal wäre meiner Ansicht nach mittlerweile wohl ein ca. halbjährlicher Wechsel, also von April bis September 5W30 und Oktober bis März 0W20, was jedoch aus praktischen Gesichtspunkten schier nicht machbar ist. Man bräuchte wohl schon ziemlich viel Disziplin dies über Jahre hinweg durchzuziehen, wobei der Kostenfaktor hierbei als komplett sekundär behandelt werden müsste. Für Selbstschrauber okay, für Leute mit tiefen Taschen dito, aber für>95% der Nutzer wohl keine ernsthafte Option. Ausnahme vielleicht Vielfahrer, die mindestens 2x jährlich oder öfter wechseln und die Intervalle aus Überzeugung nicht annähernd ausreizen, sondern nach spätestens 15.000 km den Cut machen.
Mir ist es Wurscht, ich sauge zwischendurch mit Pumpe über den Ölpeilstab ab und jedes zweite mal lasse ich von unten komplett ab und wechsle den Filter. Das teure Ravenol war ein Versuch ob sich die Laufkultur etwas verbessert, ich konnte aber wie gesagt keinen Unterschied feststellen, deswegen fülle ich beim nächsten mal wieder günstigeres Öl ein. Ich habe mir hierfür bereits ein großes Gebinde mit 20 Litern von Eurolub besorgt.
Interessant wäre evtl. ein 0W30 gewesen, ich habe jedoch auf die Schnelle nur die Auswahl zwischen 5W30 und 5W40 gehabt, deswegen muss sich mein Insi die kommenden 2 Jahre mit 5W30 begnügen. Ich gehe die schwere Vermutung es wird ihm nicht schaden... und falls doch, lag es garantiert nicht an einer fehlenden Freigabe. Die marginal längere Durchölungszeit ist spürbar, wird den Motor jedoch nicht killen. Eher schon würden mich die hohen Öltemperaturen irritieren, denn als ich im ersten Sommer auf selber Strecke unter annähernd gleichen Bedingungen mit dem 5W30 ca. 100°C anstehen hatte, zeigte mir die App Wochen zuvor mit dem 0W20 rund 130°C an. Da hört der Spaß auf, denn der Motor lief damals leistungsmäßig noch lange nicht am Anschlag. Was er, bzw. insbesondere der Turbo, veranstaltet wenn das Ölintervall sich dem Ende zuneigt und die Kiste einmal richtig Flamme bekommt, möchte ich gar nicht erst wissen. Klar, wer selten bis niemals die 150 km/h knacht, stattdessen es nahe Richtgeschwindigkeit oder gar deutlich darunter stets gut sein lässt, der hat wohl selbst mit dem ollsten 0W20 nichts zu befürchten. Mit regelmäßigen Hängerfahrten in bergigem Geläuf wäre ich allerdings schon einen Tacken vorsichtiger. Kommt also zum Großteil auch auf das Fahrprofil an, wobei ich Helikoptereltern, die ihre Kinder ständig herum kutschieren und fast nichts kennen außer Kurzstrecke, darob den Motor zigmal pro Tag starten, nichts anderes empfehlen würde als 0W20, weil sonst wahrscheinlich die Nockenwellen oder der Turbo frühzeitig das Zeitliche segnet. Jedes Einsatzprofil ist eben anders, von daher wäre ich mit Pauschalaussagen eher zurückhaltend.