Getriebespülung 8-Gang-Automatik

  • Es kommen immer ca. 2 Liter raus.


    Wenn man einfach auf einmal z.B. 5 Liter durchlassen würde, bringt das nicht viel, weil oberhalb der rund 2 Liter kaum eine Durchmischung stattfindet. Das neue fließt dann fast so heraus wie es eingefüllt wurde, das ist schlicht nur Verschwendung teurer Ressourcen.

    Habe es selbst schon probiert, das ist sinnlos. Es hilft nur ablassen, einfüllen, fahren,... abermals ablassen, einfüllen, fahren,... usw.


    Diese Methode ist zwar nicht so schnell und komfortabel wie die der klassischen Spülung, jedoch deutlich günstiger. Zudem schonender und bei ausreichend häufiger Wiederholung sogar gründlicher.


    ATF reinigt sehr gut, deutlich besser als Motoröl. Fährt man zwischendurch immer ein paar km, löst sich alter Dreck über längere Zeit und auch der Wandler wird intensiver durchspült und durch mehr Schaltvorgänge auch sämtliche Ventile, etc. deutlich öfter.

    Bei der klassischen Spülung bleibt immer Dreck zurück, löst sich dann durch viel neues Öl umso mehr und kann bei älteren, entsprechend verschlissenen Getrieben dermaßen viel Dreck lösen, dass dadurch Kanäle zugesetzt werden -> das Getriebe ist hin. So einige MB und BMW Fahrer können ein trauriges Lied davon singen...


    Bei 100...120 kkm wird nichts passieren, wahrscheinlich auch bei 150 kkm nicht, bei 200+ kkm wäre ich allerdings vorsichtig sofern es der erste Wechsel ist.


    Macht man es auf Etappen, löst weniger frisches Öl weniger Dreck auf einmal, hält diesen in Schwebe und spült ihn mit dem nächsten Durchgang zum Teil aus. Je öfter man den Vorgang wiederholt umso klarer wird das Öl und umso sauberer das Getriebe.

    Je langsamer gelöst wird umso kleiner sind die Partikel. Es ist vergleichbar wie den Wagen außen mit einem Gartenschlauch abzusprühen anstatt einem Hochdruckreiniger. Man möchte keine großen Brocken in der Ölwanne liegen haben welche die Ölpumpe dümmstenfalls durchs System schleust, sondern gemütlich μm für μm abtragen und hernach ausschwemmen.

  • Nochmal zur großen Ablassschraube:

    Klar ist es besser diese zu demontieren, so kann nicht nur mehr Öl auf einmal gewechselt werden, sondern auch etwaiger Dreck, der sich am Boden abgelagert hat, mit ausgeschwemmt werden.


    Der Innensechskant ist allerdings nicht sonderlich tief. Schleift man den 17er Inbusschlüssel bzw. die Nuss nicht zuvor etwas plan, rutscht man relativ sicher ab und macht den Sechskant rund. Das ist an sich kein Problem, man meiselt die Schraube dann einfach mit dem Hammer auf, bekommt sie dann aber evtl. beim Anziehen nicht mehr dicht oder zerstört sie komplett.

    Ohne vorherige Lieferung einer neuen Schraube würde ich daher erst gar nicht versuchen sie zu öffnen, da sonst der Insi bis zur Beschaffung des Neuteils unbenutzbar herum steht.


    Wer frühzeitig wechselt, bei <100 kkm, besser schon ab 60 kkm (zumindest 4...6 Liter), wird bis dahin nicht viel Schmodder angesammelt haben, hat mit Ablagerungen daher kaum einen Schmerz, da das Öl aufgrund seiner Schmutztragefähigkeit den Dreck in Schwebe hält.

    Es genügt so auf Nummer Sicher zu gehen und nur an der kleinen Kontrollschraube abzulassen, da hier im Grunde jedes etwaige Malheur vermieden wird.