Regeneration erfordert eine Mindesttemperatur vom Motor, da sonst die benötigte Abgastemperatur von >600°C nicht erreicht werden kann um den Ruß zu Asche verbrennen zu können. Je nach Faktoren (wie primär Außentemperatur), dauert es 5...15 km bis die Regeneration anläuft.
Daher bricht sie auf Kurzstrecken auch öfter ab und man wird per Meldung im Display dazu aufgefordert nun endlich mal weiter zu fahren, weil sie bis dato (meist 2x) mehrmals unterbrochen wurde.
Rußentwicklung ist nicht immer gleich, sie schwankt je nach Temperatur, Gasstellung (Einspritzmenge) und Last.
Grob gesagt:
Motor kalt -> sehr viel Ruß (insbesondere direkt beim Start)
Wenig Gas + wenig Last -> sehr wenig Ruß
Wenig Gas + hohe Last -> mehr Ruß (Anfahren an Ampeln, Ziehen von Anhängern)
Viel Gas + viel Last -> sehr viel Ruß (Vmax auf Autobahn, ständig "Pedal to the metal" ohne Rücksicht auf Material und Spritverbrauch)
Viel Gas und wenig Last -> relativ wenig Ruß (zügiges Cruisen auf Bundesstraße oder BAB)
Optimal für eine möglichst langsame Beladung des DPF ist wenig Gas bei wenig Last, aber gleichzeitig moderat erhöhten Drehzahlen um ca. 2000 U/min. herum. Hier liegt der Bereich vom maximalen Drehmoment und damit dem niedrigsten spezifischen Spritverbrauch (relativ, nicht nominal), also maximal möglich effektiver Verbrennung.
Relativiert wird dies nur noch durch Einsetzen des AGRs, welches je nachdem öffnet bzw. schließt, ergo entscheidet ob das Abgas direkt in den DPF geleitet oder abermals durch die Brennräume geschleust wird.
Etwas anders verhält es sich beim Regenerieren. Hier braucht es mehr Temperatur und somit mehr Einspritzmenge und daraus resultierend mehr Leistung. Um den Prozess möglichst rasch und effizient abzuschließen, braucht es Drehzahlen zwischen max. Drehmoment und max. Leistung mit entsprechender Gaspedalstellung. Optimalerweise BAB bei Halbgas mit gleichbleibender Geschwindigkeit bei oder oberhalb Richtgeschwindigkeit um konstant hohe Verbrennungstemperaturen beizubehalten.
Dass dies alles relativ Usus ist, muss klar sein, denn der allgemeine Verkehr lässt den Optimalfall so gut wie nie zu, von daher ist es graue Theorie. Insbesondere was die Regeneration selbst betrifft, weil sie nicht händisch (außer mit dem Tester) ausgelöst werden kann. Dass man solch Triebwerke kalt behutsam behandeln und warm auch mal richtig Zunder geben sollte, ist eine logische Folge der eingesetzten Technik.
Wer hirnlos den Motor im Winter weckt und ihn postwendend einen 2 km langen und steilen Berg hochjagt, der braucht sich selbst bei völlig intaktem Motor nebst Nebenaggregaten nicht über Regenerationsintervalle <200 km wundern, denn in solch Fällen sitzt das eigentliche Problem zweifelsfrei direkt hinter dem Lenkrad.